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Letztes Update:
04.07.2010

Neues aus der Vergangenheit

Es wurde in der Vergangenheit jedes Jahr wieder was neues berichtet über die Anschläge des 11. Septembers 2001 und die daraus resultierten Folgen. Aber immer wurde über das WTC, Amerika im Allgemeinen und den Präsidenten geschrieben, aber nie über die Personen, die mit dem 11. September ein persönliches Schicksal verbindet.

Im Herbst 2004 kam dann eine kleine, aber doch rührende Mitteilung in den Printmedien. Wer erinnert sich nicht an den traurigen Engel vom 11. September namens Rachel, welche mit dem Plakat in den Händen und Tränen in den Augen verzweifelt nach ihrem Verlobten gesucht hat? Oder was wurde aus der Staublady? Hat sie den psychischen Schock überwinden können und wird wieder ein einigermassen normales Leben führen können? All dies wurde bisher immer ausgeklammert, wenns um die Terroranschläge ging. Umso überraschter kam diese Meldung

New York – Rachel (29) verlor ihren Verlobten in den Trümmern des World Trade Centers am 11. September 2001. Ihre Tränen wurden zum Symbol des Leidens einer ganzen Stadt.

Aus Asche, Trauer und Wut ist Glück auferstanden. Wir sehen das strahlende Lachen einer Frau, die mit Tränen in den Augen berühmt wurde. Witwe und Braut Rachel Uchitel (29) aus New York. Ihr Gesicht wurde zum Symbol des amerikanischen Alptraums. Als Terroristen am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in das World Trade Center steuerten, starb ihr Verlobter, der Investmentbanker Andy O’Grady († 32). Er hatte sie noch aus dem 104. Stock des Südturms angerufen: „Rachel, du verstehst nicht, da springen Menschen aus dem Fenster...“ Sie suchte mit Steckbriefen nach ihm am Rande der rauchenden Trümmer. Sie wurde zum Gesicht all der Menschen, die um die 2752 Toten weinten.

Feuerwehrmänner brauchten drei Monate, um sich zu Andys Leiche zu graben – Arme und Beine abgerissen. Am Samstag, 18 Uhr New Yorker Zeit, heiratete Rachel ihre neue Liebe. Drei Jahre, zwei Monate und neun Tage nach der Terrorkatastrophe. Rachel sagt: „Ich will nicht mehr über den Tod reden. Einige sagen, die Hochzeit komme zu schnell. Aber ich will leben, leben, leben.“ Eigentlich wollte sie mit Andy zum Traualtar gehen. Jetzt ist es Steven (29), Teilhaber einer Handelsfirma an der New Yorker Börse. Wenn sie ihn von der Wall Street abholt, gehen sie am Ground Zero vorbei. Er ist ein Freund aus Kindertagen. Bei einer Halloweenparty im November letzten Jahres trafen sie sich wieder. „Wir verabredeten uns, wurden sofort beste Freunde – ja, und mehr...“ Mit jeder Berührung Gewissenbisse. Sie lag nachts wach und starrte an die Decke. Sie: „Steven hat kein Problem mit meiner Vergangenheit. Er sagt: ‚Rachel, wann immer du über Andy reden willst – tu es!‘ Er respektiert, was zwischen mir und Andy war. Ach, er ist Andy so ähnlich, dieselben Wertvorstellungen, derselbe gute Charakter. Ich glaube, Andy würde meinen neuen Mann auch lieben.“ Bevor sich Rachel ihr Brautkleid anzog, fuhr sie raus an sein Grab. Allein. Zum Abschied sagte sie: „Du bist immer in meinem Herzen. Aber ich gehe jetzt und heirate und lebe mit Steven. Wünsch mir Glück!”